Stechbahn 10 (Korbach)

Das Haus Stechbahn 10 im März 2017.

Das Haus Nr. 10 auf der Stechbahn ist ein 1890 von dem jüdischen Kaufmann Jacob Markhoff errichteter Ziegelsteinbau in der Altstadt von Korbach. Das Haus entstand 1890 auf der Brandstätte eines dort bis zum großen Stechbahnbrand von 1885 stehenden Fachwerkhauses. [1]

Geschichte

Detailaufnahme mit Blick auf die Häuser Nr. 7 und Nr. 9.
August 2010.

Es läßt sich nicht klären, wer zum Zeitpunkt des großen Stadtbrandes von 1664 hier gewohnt hat. Als erster Hausbesitzer an dieser Stelle wurde zum Jahr 1707 Johann Jost Bennecke festgestellt.

1. Johann Jost Bennecke, Verwalter des Burggutes Lengefeld. Sohn des Johann Henrich Bennecke, Richter in Herbsen und der Elisabeth (Geburtsname unbekannt). Benecke heiratete am 2. November 1706 die Anna Elisabeth Haxthausen (* 1665, begr. am 25. Juli 1708, 43 ½ Jahre alt); Tochter des Georg Haxthausen und der Anna Margarethe Nolden, Witwe des Registrators Justus Klute, mit dem sie am 25. Juli 1686 die erste Ehe eingegangen war. Nach Anna Elisabeths Tod heiratete Bennecke am 16. November 1709 Marie Gertrud Koch (* um 1678, begr. am 2. Februar 1742 im Alter von 63 Jahren); Tochter des Johannes Koch und Witwe des Johannes Conrad Beil, mit dem sie am 4. Februar 1704 die erste Ehe eingegangen war. Bennecke war auch Eigentümer des Hauses Kirchplatz 2, aus dem seine Frau stammte.

2. Im Jahr 1746 erwarb der Schuhmachermeister Johann Georg Fobbe das Gebäude (~ 24. Juli 1701; 17. Juli 1772 im Alter von 72 Jahren). Er war der Sohn des Bernhard Fobbe und der Alheit Heckmann (Am Ascher 10). Fobbe hatte seit 1725 das Bürgerrecht und war in den Jahren 1738 und 1741 Ratsmitglied. Am 12 Januar 1726 heiratete er Catharina Elisabeth Nicolai (~ 1. April 1701, 5. März 1757 im Alter von 52 Jahren). Sie war die Tochter des Valentin Nicolai und der Anna Maria Kappel (Stechbahn 6). Am 21. September 1726 ging Fobbe die Ehe mit Barbara Catharina Tent ein (~ 26. Februar 1710, 11. März 1783 im Alter von 73 Jahren). Sie war die Tochter des Georg Tent und der Edeling Schotte sowie Witwe des am 22. Januar 1734 verstorbenen Justus Kayser.

3. Noch vor dem Tod seiner ersten Ehefrau veräußerte Johann Georg Fobbe das Anwesen im Jahr 1753 an den Stadtchirurgen Henrich Christoph Otto (* um 1717 in Bergheim, begr. am 16. März 1763 in Korbach im Alter von 46 Jahren). Dieser war seit dem 21. April 1744 in erster Ehe verheiratet mit Johanna Sophia Catharina Leusmann (* 1728, begr. am 24. September 1745 im Alter von 17 Jahren 8 Monaten und drei Wochen), Tochter des Michael Leusmann und einer Frau Knüttel aus Vöhl. Am 26. Dezember 1746 heiratete Otto, der seit 1744 das Bürgerrecht besaß, die Johanna Dorothea Curtze (~ 25. März 1717 in Korbach, 20. Dezember 1781), Tochter des Justus Curtze (Hinter dem Kloster 25 und Am Steinhaus 4) und der Anna Engel Waldeck (Stechbahn 14). Aus der zweiten Ehe ging mindestens ein Kind hervor: Wilhelm Otto (Mauergasse 8).

4. Nach dem Tod von Ottos Witwe Johanna Dorothea ging das Haus im Jahr 1783 in das Eigentum des Johann Wilhelm Pann über (* um 1714 in Radevormwald, 20. Januar 1787 in Korbach im Alter von 73 Jahren). Pann besaß seit 1745 das Bürgerrecht. Er war Kaufmann und Accisenverwalter. Am 9. August 1742 heiratete er Dorothea Albertina Hagebusch (~ 25.03.1723; ?), die dritte Tochter des Secretarius Christian Hagebusch und der Clara Elisabeth Kleinschmidt.

5. Im Jahr 1785 erwarb Panns Schwiegersohn, Johann Friedrich Andreas Eichhorn (~ 05.10.1759 in Pyrmont; 06.08.1806 in Halle/Saale) das Gebäude. [1a] Eichhorn war im gleichen Jahr Bürger der Stadt geworden und hatte am 22. Dezember 1784 die einzige Tochter des Vorbesitzers, Catharina Maria Friederike Pann geheiratet (~ am 2. September 1749 in Helsen, am 18. Juni 1829 im Alter von 79 Jahren an Brustleiden und Altersschwäche). Friedrich Eichhorn war Handelsmann und vierter Sohn des Ratsgewandten und Justitiars Friedrich Eichhorn zu Pyrmont. Er war auch Eigentümer des benachbarten Hauses Stechbahn 12. Die Eheleute Eichhorn/Pann hatten miteinander sechs Kinder:

a) Georg Wilhelm Theodor Eichhorn (* 17.09.1785; 16.01.1845 in Berlin), ledig, Kaufmann, später Partikulier zu Berlin, Leipziger Str. 50, begr. auf dem Jerusalemer Kirchhof.
b) Carl Friedrich August Eichhorn (* 24.01.1787 in Adelebsen; 25.04.1849 in Korbach an Rückenmarksleiden), Hofgerichts- und Kanzleiprokurator, siehe Stechbahn 12.
c) Ernst Christian Friedrich Eichhorn (* 19.10.1788 in Adelebsen; 17.06.1873 in Düsseldorf), Oberstleutnant in der Hannoversch.-Engl. Legion
d) Johann Albrecht Eichhorn (* 19.05.1790; nach sechs Stunden), Zwilling mit e) e) Dorothea Friederike Eichhorn (* 19.05.1790 in Adelebsen; 20.05.1790 ebenda), Zwilling mit d)
f) Henriette Julie Eichhorn (* 13.10.1792 in Adelebsen; 12.12.1829 in Amsterdam), begr. in der alten lutherischen Kirch, Grab Nr. 205.

Im Jahr 1794 stellte Eichhorn die beiden Häuser zum Verkauf. Im Waldeckischen Intelligenz-Blatt Nr. 30 vom 29. Juni 1794 wurde folgende Anzeige hierüber veröffentlicht: [2]

"Der Kaufmann Herr Friedrich Eichhorn zu Adelebsen und dessen Ehefrau haben sich entschlossen, ihre Beiden hier in Corbach ohnweit dem Rathhause stehenden, vorher Pannischen Häuser zu verkaufen und mir dazu den Auftrag ertheilt. Da ich nun zu Bewürkung dieses Auftrags den Weg einer Freitags den 15ten künftigen Monats August vorzunehmenden öffentlichen Versteigerung gewählt habe, so könne die, welche zum Kauf des einen oder anderen die Häuser Lust haben, sich an bestimmten Tage Vormittags um 9 Uhr bei mir in meinem Logis einfinden und der Versteigerung derselben abwarten. Corbach, am 19ten Jul. 1794. F.W. Waldeck jun."

6. Im Jahr 1795 wurde Johann Friedrich Götte (~ 28. September 1759, 27. Januar 1820) Eigentümer des Fachwerkbaus. Er war der älteste Sohn des Bäcker- und Rentmeisters Friedrich Tilemann Götte und der Maria Elisabeth Curtze. Götte wurde 1786 Bürger der Stadt und im Jahr 1793 Ratsmitglied. Als Beruf wird Pfennigmeister, Milizrezeptor und Stadtoffizier angegeben. In den Jahren 1790, 1793 und 1801 war er Schützenkönig. Am 9. Januar 1787 heiratete er Eleonore Wilhelmine Sophie Fritsch (~ 26. Februar 1726, 24. Juli 1799 im Alter von 32 Jahren). Sie war die älteste Tochter des Johann Henrich Fritsch, Verwalter der von Huyssischen Güter und der Helene Margarethe Fresenius. Nur wenige Monate nach Eleonores Tod heiratete Götte am 7. Februar 1800 Johannette Christiane Happe (~ 21. Dezember 1769, 30. Juli 1831), Tochter des Johann Georg Happe und der Anna Elisabeth Friederike Tent. Im Jahr 1801 erwarb Friedrich Götte den Gasthof "Zum Engel", Professor-Kümmell-Straße 9 und veräußerte das Haus Stechbahn 10.

7. Christina Wilhelmine Henriette Suden (* 24. Juli 1763 in Waldeck, 3. November 1828 in Affoldern) wurde 1802 die neue Eigentümerin des Anwesens. Sie war die Tochter des Advocaten Otto Friedrich Suden zu Waldeck und der Lucretia Elisabeth Severin sowie Witwe des Pfarrers zu Mühlhausen, Friedrich Jeremias Christoph Waldeck (* 10. April 1752 in Hemfurth, 18. Januar 1798 in Mühlhausen), welchen sie am 19. Januar 1781 in Mühlhausen geheiratet hatte. [3] Ihr Schwager war der Feldprediger Philipp Waldeck (1750-1784), welcher in den Jahren 1776-1783 mit dem 3. Waldeckischen Regiment im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gedient hatte. [4]

8. Fünf Jahre später, 1807, verkaufte Suden das Haus an ihre Schwester, Dorothea Luise Suden (* am 8. August 1765 in Waldeck, 31. Dezember 1819 in Korbach im Alter von 52 Jahren). Sie war die Witwe des Hermann Wilhelm Kleinschmidt (* 5. Juli 1757 in Adorf, 26./27. Mai 1806 in Korbach). Kleinschmidt war Sohn des Superintendenten und Konsistorialrats Georg Wilhelm Kleinschmidt. 1785 war er Collaborator am Gymnasium, 1795-1806 Pfarrer an St. Kilian.

9. Nach dem Tod der Dorothea Luise Suden kam das Haus im Jahr 1820 in den Besitz des Bäckermeisters Johann Henrich Christian Justus Hartwig (* 11. August 1780; 9. Mai 1853). Er war der älteste Sohn des Bäckermeisters Henrich Christian Hartwig und der Maria Margarethe Dietrich. Hartwig war seit 1806 Bürger der Stadt und hatte am 28. November des gleichen Jahres die Maria Juliane Urspruch (* 5. Dezember 1794; 15. Oktober 1859) geheiratet, die älteste Tochter des Milizrezeptors Friedrich Urspruch und der Henriette Elisabeth Schlömer. Hartwig gehörte auch das Haus Stechbahn 14.

10. Im Jahr 1834 wurde Carl Christian Ludwig Vesper (* 9. Februar 1806; 6. März 1863) Eigentümer des Grundstücks, der am 16. November 1831 die Tochter des Vorbesitzers, Justine Wilhelmine Hartwig (* 16. März 1808; 20. April 1887) geheiratet hatte. Vesper war Sohn des Kaufmanns J. Henrich Wilhelm Vesper und der J. Juliane Curtze. Seit 1830 Bürger der Stadt, verdiente er sein Geld als Silberarbeiter und Kaufmann. Er war Mitglied des Waldeckischen Abgeordnetenhauses. Mehrere Stücke des Königsschildes am Schützenkleinod der Korbacher Schützengesellschaft 1377 stammen aus Vespers Werkstatt. Da von Vespers Tod im Jahr 1863 bis zur Zerstörung des Hauses 1885 kein weiterer Eigentümer eingetragen wurde, ist zu vermuten, daß das Haus bis zur Veräußerung des Grundstücks im Jahr 1890 im Eigentum der Erben Ludwig Vespers stand.

11. Zum Zeitpunkt des Brandes am 13. August 1885, der in einer Scheune hinter dem Haus Nr. 10 entstanden war, besaß Justine Wilhelmine Vesper, geborene Hartwig, die Witwe des 1863 verstorbenen Silberarbeiters und Kaufmanns Carl Christian Ludwig Vesper, das Gebäude, ebenso wie das gegenüberliegende Haus Stechbahn 3, das ebenfalls niederbrannte.

12. Die Brandstätte des Hauses Nr. 10 erwarb 1890 zunächst Christian Weishaupt aus Flechtdorf, der es noch im selben Jahr an Jacob Markhoff (aus Marktplatz 5a) veräußerte. [5]

13. Schon am 2. August 1890 eröffnete Markhoff in dem neuen Haus ein Textilgeschäft. [6] Im Jahre 1911 verlegte Jakob Markhoff das Geschäft in einen am Berndorfer Tor Nr. 4 nach dem Entwurf seines Sohnes Sally Markhoff errichteten Neubau (heute Modehaus Manhenke). [7]

14. Nachdem Jacob Markhoff am 8. Januar 1913 gestorben war, verkaufte seine Witwe Johanna Markhoff das Haus an den Schneidermeister Friedrich Löwenstein. Der Kaufpreis betrug 26.500 Mark. Davon war ausweislich des vor dem Notar Gideon Klingelhöfer zu Frankenberg geschlossenen Vertrages vom 23. Mai 1913 ein Teilbetrag in Höhe von 10.000,- Mark bei Auflassung in bar fällig. Der Rest des Kaufpreis wurde zu einem Zinssatz von 4,5% gestundet. [8]

Friedrich Löwenstein führte das von seinem Schwiegervater Friedrich Lückel 1858 im Nachbarhaus Stechbahn 12 gegründete Hut- und Herrenmodengeschäft im Erdgeschoß der beiden Häuser weiter. Haus und Geschäft blieben im Familienbesitz. Das Hutgeschäft wurde nach Löwensteins Tod im Jahr 1930 von dessen Witwe, Ida Löwenstein, ab 1950 von seiner Schwiegertochter Nelly Löwenstein, geb. Jung (1911-2003), und 1968 von seinem Enkel übernommen. [9] Es bestand bis Ende 2006. [10] Seit dem Jahr 2007 befindet sich im Erdgeschoß eine Fahrschule. Das Haus Nr. 10 gelangte im Ramen einer Erbauseinandersetzung im Jahr 1950 zunächst in das Eigentum der Schwester des Friedrich Löwenstein, Ilse Kaiser (1913-1988), die mit ihren drei Töchtern das Obergeschoß bewohnte, 1970 schließlich in das Eigentum seines Enkels. Dieser ist noch heute Eigentümer der Häuser Stechbahn 10 und 12. Das Haus Nr. 10 ist somit seit über 100 Jahren in Familienbesitz, das Grundstück Nr. 12 sogar seit 150 Jahren.

Die Wohnungen im Haus waren zumeist vermietet und wurden u.a. bewohnt von der Schreinerfamilie Heckmann (2. Obergeschoß, 1920er Jahre, später Unterstraße 1), [11] Johannes Mohr (* 14.01.1873: nach 14.01.1963), [12] einer Frau Kesting, einem Ehepaar Geiz (Erdgeschoß bis Anfang der 1980er) und Frau Anneliese Neustock (aus Köln, 1. Obergeschoß, Ende 1970er-1998). Um das Jahr 2000 wurde im 1. Obergeschoß eine Logopädiepraxis eingerichtet.

Erscheinungsbild

Über das alte Fachwerkhaus wird im Brandkassenregister von 1784, Nr. 157, folgendes berichtet:

"Pann, Johann Wilhelm, vorher Chirurg Otto, Wohnhaus, Fachwerk, 59 x 24 Fuß (18,5 x 7,5 m), Wert 250 Taler". Die Lage des Hauses wird im Güterverzeichnis von 1757 auf Seite 411 wie folgt angegeben: "Otto, Henrich Christian, Stadtchirurg, Wohnhaus auf der Stechebahn zwischen Wilhelm Pann und dem Wege, Garten dabei. Das Haus hat das Braurecht."

Der 1890 errichtete Backsteinbau steht zum Teil auf einer starken Bruchsteinmauer, die noch in den zur Stechbahn und zur Violinenstraße gelegenen Kellerräumen zu erkennen ist. Möglicherweise gehen diese Grundmauern noch auf den Vorgängerbau zurück. Die Innenwände sind teilweise noch in Fachwerkbauweise ausgeführt. Breite und Länge des neuen Backsteinbaus entsprechen dem im Brandkassenregister von 1784 vermerkten Maßen des alten Fachwerkhauses (ca. 8 Meter Breite entlang der Stechbahn, ca. 18,5 Meter Länge entlang der Violinenstraße) und geben damit zugleich eine Vorstellung von der Größe des abgebrannten Fachwerkgebäudes. Der L-förmige Grundriß des Neubaus geht ebenfalls auf den Vorgängerbau zurück. [13] Mit dem Haus Nr. 12 hat das Gebäude auf der rückwärtigen Seite einen gemeinsamen Innenhof. Vermutlich deshalb standen die beiden Häuser im Laufe der Jahrhunderte oftmals im Eigentum derselben Person.

Die zur Stechbahn gerichtete schöne gründerzeitliche Fassade im Erdgeschoß mit ihren abgerundeten kleinen Schaufenstern wurde bereits in den 1950er Jahren anläßlich eines Umbaus des Ladengeschäftes entfernt. Die Fassade des Hauses Nr. 12 blieb von dieser Maßnahme zunächst verschont. Im Jahr 1968 folgte bei einem weiteren Umbau des Ladengeschäfts sodann auch die Entfernung des dortigen Außenstucks und der Einbau großer Schaufensterflächen entlang der Stechbahn und Violinenstraße. [14] Die Außentreppen wurden entfernt und das Erdgeschoß auf Straßenniveau abgesenkt. Dieser Zustand besteht bis heute. Anläßlich des 125-jährigen Geschäftsjubiläums wurde 1983 an der Fassade ein den alten Gildezeichen nachempfundenes schmiedeeisernes Schild mit einem Zylinderhut und dem Schriftzug "Löwenstein - 1858" angebracht. Das Schild blieb auch nach der Geschäftsaufgabe erhalten.

Bis Ende der 1990er Jahre befand sich im Hinterhof der Häuser 10 und 12 noch ein kleines Stallgebäude aus Fachwerk, das jedoch schon seit Jahrzehnten nicht mehr zur Tierhaltung verwendet wurde. Es wurde zugunsten einer Vergrößerung der Hoffläche abgerissen. Hinter den Häusern 10 und 12 befindet sich heute ein gemeinsamer Garten. Bis in das 19. Jahrhundert stand hier eine Scheune, von der der große Stechbahnbrand im Jahr 1885 ausging. Es ist zu vermuten, daß die Garten- sowie ehemaligen Scheunen- und Freiflächen im Zentrum der Altstadt hinter den Häusern Stechbahn 10 bis 18 vor dem Dreißigjährigen Krieg ebenfalls mit Wohngebäuden versehen waren, die Grundstücke jedoch infolge des Bevölkerungsschwundes, wie auch an anderen Stellen der Altstadt (Tempel, Oberstraße, Ascher), nur noch landwirtschaftlich genutzt wurden.

Das Haus war zunächst graugelb verputzt, der Stuck an Türen und Fenstern war weiß abgesetzt. Ende der 1970er Jahre erhielt das gesamte Gebäude einen hellgrünen Anstrich, der Außenstuck der Fenster und Türen wurde erneut mit weißer Farbe abgesetzt. Der aktuelle hellblaue Anstrich mit dunkelblauem Außenstuck wurde anläßlich des Hessentages 1997 aufgebracht.

Bilder

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Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS, Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 5, Stechebahn - Violinenstraße - Heumarkt - Am Steinhaus, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1959, S. 17-19. Alle folgenden Angaben, soweit nicht anders vermerkt, nach THOMAS. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben bzw. getauft und begraben.
[1a] Alle folgenden Angaben über die Familie Eichhorn aus: Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien (Deutsches Geschlechterbuch), Band 9, Görlitz 1902, S. 109 ff. [114-117]; vgl. auch Helmut NICOLAI (Hrsg.)/Wilhelm HELLWIG/Ingeborg MOLDENHAUER (Bearb.), Waldeckische Wappen - Beiträge zur Familiengeschichte, Teil 2 - Bürgerwappen, Arolsen 1987, Nr. 99, S. 177; dieselben, Teil 3 - Wappen der Waldeckischen Städte und Großgemeinden, Familienwappen und Hausmarken, Arolsen 1991, Nr. 121, S. 166: dort wird fälschlich angegeben Carl Friedrich August Eichhorn sei Eigentümer der Häuser Stechbahn 10 und 12 gewesen. Das trifft jedoch nur auf seinen Vater zu. Carl Friedrich August Eichhorn gehörten die Häuser Stechbahn 12 und 18.
[2] Digitalisierte Ausgabe des Waldeckischen Intelligenz-Blatts auf der Webseite der Universitätsbibliothek Kassel.
[3] Hilmar-G. STOECKER (Bearb.), Waldeckische Ortssippenbücher, Band 33, Mühlhausen, Waldeckischer Geschichtsverein e.V. Arolsen / Schützengesellschaft 1567 Mühlhausen e.V.(Hrsg.), 1987, Nr. 1820; Klaus-Peter WENZEL u.a. (Bearb.), Waldeckische Ortssippenbücher, Band 80, Deutsche Ortssippenbücher, Reihe A, Band 397, Hemfurth-Edersee, Heimatverein Hemfurth-Edersee e.V./Waldeckischer Geschichtsverein e.V. (Hrsg.), Bad Arolsen 2005, Nr. 2050.
[4] WENZEL (wie Anm. 3), m.w.N.; vgl. auch Frank LÖWENSTEIN, Lauter Freiwillige - Waldeckische Notizen aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, Band 1, 2. Auflage, Baunatal 2014, ISBN 978-3-8442-2564-8.
[5] THOMAS (wie Anm. 1).
[6] THOMAS (wie Anm. 1); Karl WILKE (Bearb.), Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Korbach, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1993, S. 188-191.
[7] WILKE (wie Anm. 6), S. 189, 191.
[8] Scan der Kaufvertragsurkunde vom 23. Mai 1913.
[9] Vgl. Waldeckische Landeszeitung vom 15. März 1958.
[10] Waldeckischer Landeskalender 2008, S. 60 (19. Dezember).
[11] Ursula WOLKERS, Kinderleben: Willi Heckmann, ein Lausejunge von der Korbacher Stechbahn - Die Korbacher Altstadt war ein Kinderparadies, in: Mein Waldeck, Beilage der Waldeckischen Landeszeitung für Heimatfreunde, Nr. 20/2006 (29.09.2006).
[12] Wilhelm HELLWIG (Bearb.), Chronik der Stadt Korbach, Band 1 (1960-1969), Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1980, Stadtchronik 1963, S. 1 (14.01.1963).
[13] Vgl. "Plan der Statt Corbach" von 1749 in THOMAS (wie Anm. 1), Umschlagseite 1.
[14] Die Neueröffnung des Hutgeschäfts nach dem Umbau erfolgte am 15. Mai 1968, vgl. Wilhelm HELLWIG (Bearb.), Chronik der Stadt Korbach, Band 1 (1960-1969), Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1980.