Korbach (Hessen)

Dieser Artikel befaßt sich vorwiegend mit der historischen Altstadt von Korbach, nicht mit der Geschichte der außerhalb der Stadtbefestigung liegenden neueren Stadtteile.

Die Türme der Altstadt von Süden im Juni 2015.
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Die Stadt Korbach, seit dem 18. Juni 2013 offiziell Hansestadt Korbach, ist die Kreisstadt des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Nordhessen, zugleich mit gut 18.000 Einwohnern (Kernstadt) die größte Stadt des Landkreises und des ehemaligen Fürstentums und Freistaats Waldeck.

Geografie

Korbach liegt am Ostrand des Rothaargebirges, hier Waldeck'sches Upland genannt. Die höchsten Erhebungen im Korbacher Stadtgebiet sind der Widdehagen (635 m ü. NHN) und der für seinen Reichtum an goldhaltigen Erzen bekannte Eisenberg (562 m ü. NHN). Die Kernstadt wird von der Kuhbach durchflossen.

Die Nachbargemeinden der Stadt Korbach sind Diemelsee, Lichtenfels, Twistetal, Vöhl, Waldeck und Willingen (Upland) alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie Medebach (im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen).

Korbach besteht aus der Kernstadt und 14 weiteren Stadtteilen. Die Kernstadt liegt auf der Waldecker Tafel, einer waldlosen Hochebene, die früher reich an Rebhühnern war - weshalb ihre Bewohner auch „Feldhühnerchen“ genannt werden.

Die Altstadt liegt an der Westflanke des die Korbacher Hochebene in Nord-Süd-Richtung durchschneidenden Kuhbachtals und weist daher von West nach Ost eine leichte Hanglage auf. Der niedrigste Punkt der historischen Altstadt liegt am Dalwigker Tor auf etwa 368 Meter ü. NHN, der höchste Punkt der Altstadt am Lengefelder Tor auf ca. 392 Meter ü. NHN. Das durchschnittliche Gefälle zwischen dem Westwall im Westen und dem Kuhbachtal im Osten beträgt gut 4%. Innerhalb der im 20. Jahrhundert entstandenen neuen Stadtteile sind die Höhenunterschiede nur geringfügig größer. Die südlichen Ausläufer des Kernstadtgebietes an der Frankenberger Landstraße liegen auf ca. 366 Meter ü. NHN., die höchstgelegenen Baugebiete im Osten der Stadt (Marburger Straße, Albert-Leiß-Straße), auf ca. 405-408 Meter ü. NHN. Korbach ist damit die höchstgelegene Kreisstadt Hessens [1] und wohl auch die höchstgelegene Kreisstadt in der Nordhälfte Deutschlands.

Die Ausdehnung der Altstadt beträgt etwa 560 Meter zwischen dem äußeren Lengefelder Tor im Westen und dem ehemaligen Tränketor im Osten sowie etwa 730 Meter zwischen dem äußeren Berndorfer Tor im Norden und der Außenmauer des Südwalls am Katthagen im Süden. Die Länge der Stadtbefestigung beträgt rund 2.000 Meter.

Geschichte

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte in einer Urkunde des Kaisers Otto II. vom 15. September 980. [2] Die Gründung der Siedlung wird spätestens für das 8. Jahrhundert angenommen. Die ersten 400 bis 500 Jahre der Siedlungsgeschichte liegen archäologisch und urkundlich jedoch weitgehend im Dunkeln. Die Keimzelle der Stadt wird auf dem Kilianshügel um den Mönchehof vermutet. Nachrichten über einzelne Ereignisse aus der Stadtgeschichte sind jedoch erst ab dem 12. Jahrhundert urkundlich überliefert. Im Jahr 1073 soll Korbach "als Stadt gebaut", d.h., mit einer Stadtbefestigung umgeben worden sein. Im Jahr 1188 oder 1189 erfolgte die Verleihung des Stadtrechts.

Trotz der vergleichsweise späten ersten urkundlichen Erwähnung ist eine weit frühere Besiedlung des heutigen Stadtgebietes anzunehmen. Dies ergibt sich zum einen daraus, daß viele der Korbach umgebenden Dörfer bereits im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurden, z.B. Berndorf (860), Helmscheid (838), Flechtdorf (830), Immighausen (850) und Goddelsheim (888); die vier erstgenannten sämtlich als Güter des Klosters Corvey. Eine frühere Entstehung der Siedlung wird ferner aus dem Namen der Altstadtkirche gefolgert, die St. Kilian geweiht ist. Der heilige Kilian ist der Patron des Bistums Würzburg, dem das Gebiet um Korbach nur in der Zeit von 777 bis 800 angehörte. Der Umstand der späten ersten urkundlichen Erwähnung könnte mithin darauf zurückzuführen sein, daß sich keine älteren Urkunden erhalten haben oder die Güter in Korbach erstmals 980 den Eigentümer gewechselt haben.

Es wird verwiesen auf die nachfolgenden Links mit den darin enthaltenen weiteren Verweisen, die fortwährend weiterentwickelt werden.

Chronik Korbach 11. Jahrhundert
Chronik Korbach 12. Jahrhundert
Chronik Korbach 13. Jahrhundert
Chronik Korbach 14. Jahrhundert
Chronik Korbach 15. Jahrhundert
Chronik Korbach 16. Jahrhundert
Chronik Korbach 17. Jahrhundert
Chronik Korbach 18. Jahrhundert
Chronik Korbach 19. Jahrhundert
Chronik Altstadt Korbach 20. Jahrhundert
Chronik Altstadt Korbach 21. Jahrhundert
Entwicklung der Korbacher Altstadt
Abgerissene/zerstörte Altstadthäuser
Korbacher Stadtbefestigung
Fachwerkmauern
Korbacher Grundbesitzverhältnisse vor 1700
Bauentwicklung außerhalb der Stadtmauern 1850 bis 1930

Anmerkungen

[1] Die westlichsten Ausläufer der Neubaugebiete von Bad Schwalbach im Taunus liegen zwar geringfügig höher. Die Altstadt sowie der größte Teil des Kernstadtgebietes von Korbach ist jedoch höher gelegen als Bad Schwalbach.
[2] Urkunde vom 15. September 980, MGH DD O II, S. 255, Nr. 227 ( Digitale Ausgabe); vgl. auch Wilhelm HELLWIG, Die Kaiserpfalz von Wallhausen - Hier wurde Korbach zum ersten Mal in einer Kaiserurkunde genannt, in: Mein Waldeck, Beilage der Waldeckischen Landeszeitung für Heimatfreunde, 1998, Nr. 3.