Totenhagen (Korbach)

Der Totenhagen nördlich des Lengefelder Tores.
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Als Totenhagen wird der Teil der westlichen Stadtbefestigung der Altstadt von Korbach bezeichnet, der zwischen der Schulstraße und dem Roten Turm am Ascher liegt.

Geographie

Der Totenhagen verläuft von der Schulstraße auf 386 m ü. NHN zunächst in einem leichten Rechtsbogen in nordwestliche Richtung, wo er nach rund 180 Meter (Mittellinie) auf 391 m. ü. NHN auf das Lengefelder Tor trifft. Von hier verläuft der Totenhagen noch etwa 130 Meter bis zum Roten Turm. Ab hier heißt der Hagen zwischen den Stadtmauern Herrschaftlicher Hagen. Der Hagen zwischen Innen- und Außenmauer ist im Bereich Totenhagen ungefähr 35 bis 45 Meter breit. Bis die Innen- und Außenmauer an der Schulstraße 1904 durchbrochen wurde, war auch der südliche Teil des Totenhagens nur vom Lengefelder Tor aus erreichbar. Südlich der Schulstraße schließt sich an den Totenhagen der Schießhagen an. Im Totenhagen befinden sich neben dem Tylenturm und dem Roten Turm noch die Reste zweier weiterer unbenannter Stadtmauertürme.

Geschichte

Die Grünstreifen zwischen dem Doppelring der Stadtmauer werden als Zwinger oder Hagen bezeichnet. Die Abschnitten zwischen jeweils zwei Toren oder Verteidigungstürmen haben unterschiedliche Namen erhalten: der Katthagen im Süden zwischen Dalwigker Tor und Enser Tor, der Schießhagen im Südwesten zwischen Enser Tor und Schulstraße, der Totenhagen im Westen zwischen Schulstraße und Rotem Turm, der Herrschaftliche Hagen im Nordwesten zwischen Rotem Turm und Berndorfer Tor sowie der Kalkhagen im Nordosten zwischen Berndorfer Tor und Tränketor. Zwischem dem Tränketor und dem Dalwigker Tor im Osten war die Mauer lediglich einfach ausgeführt, so daß ein Hagen fehlte. Der Verteidigungsstreifen zwischen dem Mauern waren mit einem Mittelwall versehen, an dessen Talseiten entlang der Mauern sich Wassergräben befanden. Im Kalkhagen wurde dieser Wassergraben durch einen Abzweig der Kuhbach gespeist, der hier sogar eine Mühle getrieben haben soll. Im Kalkhagen soll sich deshalb kein Mittelwall befunden haben. Am Kalkhagen haben sich nördlich der Klosterpforte die Reste des Hexenturms erhalten.

Der Totenhagen ist der alte Friedhof der Stadt, der hier 1588 eingerichtet wurde. Bis in die 1950er Jahre wurden hier regelmäßig Bestattungen durchgeführt. Nachdem der neue Friedhof an der Sachsenberger Landstraße ausgewiesen war, wurden Begräbnisse im Totenhagen nur noch vereinzelt aufgrund alter Rechte durchgeführt, die letzte im Jahr 2009. Im Jahr 2010 wurde der Totenhagen offiziell als Begräbnisstätte geschlossen. Die meisten Grabstätten sind bereits eingeebnet. Die alten Grabsteine blieben zum großen Teil erhalten. Im Jahr 2034 soll der Totenhagen nach Ablauf aller Ruhefristen entwidmet werden. [1] Die älteten noch erhaltenen Grabsteine sind die für Maria Catharina Varnhagen und den Metzgermeister Michael Dulfigge, die 1722 bzw. 1727 hier begraben wurden.

Bilder

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Anmerkungen

[1] HNA, Waldecker Allgemeine, Online-Ausgabe vom 27. August 2010: Stadt schließt alte Friedhöfe.