Lengefelder Straße 9 (Korbach)

Das Haus Lengefelder Str. 9 im Oktober 2014.
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Das Haus Nr. 9 in der Lengefelder Straße ist ein wahrscheinlich um 1665 von Henrich Strube errichtetes Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach. [1]

Geschichte

1. Erster bekannter Eigentümer des Vorgängerbaus war seit 1644 der Bäckermeister Henricus Strube (~ 19.08.1614; begr. 15.08.1688), Sohn des Henrich Strube (Bürger 1611) und der Elisabeth Grünewald. Seine erste Ehefrau ist nicht bekannt. Seine zweite Frau war Christiane Engelhard (* um 1648; begr. 06.06.1706), Tochter des Bäckermeisters Joachim Engelhard (Bürger 1637). Strube erwarb 1644 die Bürgerrechte, war Ratsmitglied in den Jahren 1651, 1656 und 1660, Pfennigmeister 1663, 1670 sowie 1672-73, Unterbürgermeister 1676, 1677 und 1683 sowie Dechant der Bäckergilde 1654. Sein Haus wurde beim Stadtbrand von 1664 zerstört. Er erhielt von den Erben der hohen Marke 1665 eine Holzspende für den Aufbau seines neuen Hauses.

2. 1705 Ditmar Limpert.

3. 1741 Josias Limpert.

4. 1772 Georg Justus Limpert.

5. 1807 Henrich Wilhelm Limpert.

6. 1819 Dr. med. Friedrich Köhler.

7. 1833 Maria Friederike Christiane Hofmann.

8. 1847 Georg Friedrich Christian Hofmann.

9. 1881 Ernst Friedrich Wilhelm Christian Hofmann.

10. Der Metzger Siegmund Kugelmann (* 14.12.1881; ?) kaufte im Jahr 1909 das Haus. Er war der Sohn des Metzgers Michael Kugelmann (Stechbahn 34) und der Friederike (Rickchen) Markhoff (aus Marktplatz 5a). Am 26. Februar 1911 heiratete er in Padberg Betti Rosenbaum (* 28.09.1885; ?), Tochter des Kaufmanns Abraham Padberg und der Dina Herzfeld aus Padberg. Das Paar hatte drei Kinder:

a) Friedrike (Rita) Kugelmann (* 08.01.1912; nach 1984) 30.08.1935 mit Friedrich Wilhelm Alexander (* 07.06.1906 in Boppard; nach 1984), Sohn des Kaufmanns Isidor Alexander und der Berta Rieser aus Boppard. Alexander kam als junger Mann nach Korbach und arbeitete elf Jahre lang in der Eisenwarenhandlung Sally Mosheim (Professor-Kümmell-Straße 15). Seine Frau war als Buchhalterin bei der Firma Mineralölwerk Karl Pohlmann tätig. Im Dezember 1935 emigrierte die Familie mit den Eltern Michael und Friederike und den Geschwistern Clara (unten b)) und Ernst (unten c)) nach Avigtor, Provinz Entre-Rios, in Argentinien und versuchten sich elf Jahre lang als Landwirte. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor Esther und Ursula. 1946 siedelte die Familie in die USA über. Nach fünf Jahren erhielten Friedrich Wilhelm Alexander und seine Frau die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er arbeitete von 1952 bis 1973 für die amerikanische Regierung im Pentagon. Friederike Alexander verdiente ihr Geld zunächst als Verkäuferin und war später wieder als Buchhalterin für verschiedene Ärzte tätig. 1973 gingen die Eheleute in den Ruhestand und zogen nach Alexandria/Virginia, in der Nähe von Washington, wo die beiden Töchter und die Enkel wohnten. 1975, 1978 und 1984 besuchten sie Korbach.

b) Clara Kugelmann (* 20.03.1914; ?) 27.06.1939 in Est Bovril/La Paz, Argentinien, mit Manfred Oppenheimer

c) Ernst Kugelmann (* 08.09.1920; ?)

11. 1935 erwarb der Friseurmeister Wilhelm Sälzer (* 31.03.1896; 27.10.1983) das Haus. Er war der Sohn des Wilhelm Sälzer und der Charlotte Wilhelm aus Giflitz. Am 12. Dezember 1927 heiratete er Elfriede Vesper (* 18.12.1906 in Bochum; 11.08.1991), Tochter des Zugführers Heinrich Vesper aus Thalitter und der Friederike Schätte aus Goldhausen.

Äußeres Erscheinungsbild

Im Jahr 1939 wurde das Gebäude wie folgt beschrieben: [2]

"Wohnhaus mit modernen Laden; freigeschossig, Fachwerk; zweites Obergeschoß und Giebel vorgekragt; Quergebälkprofil großer Viertelstab mit geschnitzen Ranken; Reste von Rankenschnitzerei an Eckpfosten und Türumrahmung; ca. 8 x 10 Gefache; Satteldach mit S-Pfannen, Giebelseite zur Straße; A. 18. J."

Die Rankenschnitzereien an den Eckpfosten und der Türumrahmung sind heute stark verwittert und mit brauner Farbe überstrichen und deshalb kaum noch erkennbar.

Bilder

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Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 4, Lengefelder Straße - Schulstraße - Im Sack - Am Tylenturm, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1959, S. 17-19. Alle folgenden Daten, soweit nicht anders vermerkt, nach THOMAS. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben.
[2] Wolfgang MEDDING (Bearb.) in: Friedrich BLEIBAUM (Hrsg.), Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel, Neue Folge, Dritter Band, Kreis des Eisenberges, Kassel 1939, S. 140.
[3]