Mönchehof (Korbach)

Das Portal des Mönchehofs am Kirchplatz in der Altstadt von Korbach Anfang des 20. Jahrhunderts. Der rechte Teil mit dem Fenster wurde später abgerissen. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1909 (Wolfgang MEDDING, Baudenkmäler und Kunstschätze der 1000-jährigen Stadt Korbach, Wilhelm Bing Verlag Korbach [ohne Angabe des Ausgabejahrs], S. 20.)

Einige Jahre später aus etwas anderer Perspektive. Der rechte Teil ist inzwischen verschwunden, die Steine aus den Rahmen der Fenster wurden entfernt. Noch hat das Portal eine hölzerne Eingangstür. Heute ist der Durchgang zugemauert. Am rechten Ende der Mauer erkennt man das in den 1960er oder 1970er Jahren abgerissene Haus Marktplatz 7a (heute Marktplatz 8a).


Diese im Jahr 1600 errichteten Fachwerkhäuser (links das Pfarrhaus, rechts der Mönchehof) gehörten zu den wenigen Häusern in Korbach, die den Dreißigjährigen Krieg und den Stadtbrand von 1664 überdauert hatten. 1897 wurden sie abgerissen. An ihre Stelle erbaute man ein neues Pfarrhaus.

Das Pfarrhaus (rechts) und der Mönchehof (links) einige Jahrzehnte vor ihrem Abriß (1897/98) von Osten betrachtet. Das Haus auf der rechten Bildseite (Kilianstraße 4: Waldschmidt/Grebe) wurde 1970 abgetragen und durch ein modernes Mehrfamilienhaus ersetzt (vgl. Wilhelm Hellwig, Korbach in alten Ansichten Band 1, Nr. 7). In: Geschichblätter für Waldeck und Pyrmont, 24. Band (1927), Titelblatt, wird das Foto in das Jahr 1867 datiert ("Die Altstädter Pfarre vom Jahre 1600, der Mönchehof und das Curtze'sche Haus zu Corbach vor 60 Jahren"). In: Mein Waldeck, Beilage der Waldeckischen Landeszeitung für Heimatfreunde, Nr. 8/2002, S. 2, wird die Entstehungszeit des Lichtbildes in die Zeit "um 1870" gesetzt. Hermann THOMAS nimmt hingegen an, das Lichtbild sei kurz vor dem Abriß der Häuser von Wilhelm Stremme gefertigt worden (Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 6, Kirchplatz - Marktplatz - Enser Straße - Katthagen - Kleine Gasse, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1960, S. 42). Mit Ausnahme der Kilianskirche steht heute keines der hier abgebildeten Gebäude mehr. Das kleine Fachwerkhaus der Emilie Löwenstein (im Hintergrund, am Ende der Treppe, Kilianstraße 6) wurde Ende der 1970er Jahre abgetragen. An seiner Stelle befindet sich heute das 1980 erbaute evangelische Gemeindehaus. Seit Sommer 2014 ist der Blick zum Kilianshügel durch den Neubau des Kirchenkreisamtes erneut verändert worden.

Das Portal des Mönchehofs am 14. August 2007. Das Mauerwerk wurde großzügig neu verfugt. Der kleinteilige Charakter der alten Bruchsteinmauer ging hierdurch ein wenig verloren. Einzelne kleine Steine scheinen herausgenommen oder überstrichen worden zu sein.