Stefan Schotte

Stefan Schotte (* um 1542 in Frankfurt am Main; 11. April 1594 in Korbach [1] ebenda) war Amtmann in Korbach.

Leben

Sein Vorname ist auch in den Schreibweisen "Steffan" und "Stephan" überliefert, der Nachname in den Varianten "Schott" und "Schotten". Stefan Schotte war der Sohn des Frankfurter Wollwebers und Tuchhändlers Hans Schott (* um 1510 in Frankfurt am Main, 09.02.1567 ebenda) und dessen erster Ehefrau Margarethe Uffsteiner (* um 1502; 1561/62 in Frankfurt).

Stefan Schotte war Scholarch des Gymnasiums zu Korbach und wird 1570 als Amtmann auf dem Eisenberg erwähnt. Am 7. März 1569 ehelichte er in Korbach Margarethe Korthaus (Kortheus, Kortheuer; 23.11.1579; begr. 30.11.1579), Tochter des Johann(es) Korthaus und der Anna Barke (Berck). 1576 erwarb der die Korbacher Bürgerrechte und ist 1585 Mitglied des Rates, 1589 Amtmann der Herrschaft Itter. Am 16. November 1583 kauft er Ländereien von Philipp von Kratzenstein. Aus der Ehe mit Margarethe Korthaus stammen fünf Kinder:

1. Wolrad Schotte (* 23.06.1574; nach 1634)
2. Johann (Hans) Schott ( nach 1599; 1597 mit Agnes Niclas, genannt Steinmetz).
3. Anna Erich Speirmann (* um 1576; 1636), vgl. Kirchplatz 2
4. Steffan Schotte (* um 1578; nach 1658)
5. Margarethe Arcularius (* um 1579; nach 1635)

Die Schwester seiner Frau, Getrud Korthaus, war mit dem ebenfalls aus Frankfurt stammenden Conrad Engelhard (Katthagen 13) verheiratet. Von Margarethes Bruder Konrad Korthaus erwarb das Paar mit Kaufvertrag vom 26. April 1572 ein neugebautes Haus gegenüber dem Kirchturm der Kilianskirche (heute Kriegerdenkmal).

Zwischen dem 23. November 1579 und dem 16. November 1583 ging Stefan Schotte eine zweite Ehe mit Margarethe Spiegel, Tochter des Wilhelm Spiegel, Schultheiß in Hofgeismar, ein. Aus dieser zweiten Ehe stammen:

6. Wilhelm Schotte (um 1584 in Korbach; 1652)
7. Gertrud Hesporn (* um 1585/86; nach 19.02.1632) Johannes Hesporn (Professor-Bier-Straße 11)
8. Conrad Schotte (* um 1588/89)
9. Christian Schotte (* um 1594)

Aus einer Urkunde vom 25. Oktober 1587 gehen die Verwandtschaftverhältnisse Stefan Schottes hervor. Danach verkauften Curt Engelhard und Stefan Schott von ihrem Schwager Jost Staden einen Anteil an der Mühle im Holenstein. Es handelte sich um das Sechstel, das er von seiner Schwiegermutter Gertraut Kortheus, Witwe des Gebhard Listing geerbt hat. Weil aber dieses Sechstel von der Schwester der Schwiegermutter, Appolonia, Witwe des Ditmar Leußmann, verpfändet ist, erhält Jost Staden von dem Kaufpreis in Höhe von 165 Taler zunächst nur 30 Taler. Nach einem Nachtrag vom 19. Juni 1588 übergibt Jost Staden nach Erhalt der Restsumme den Kaufbrief an Chunrad Engelhard und Steffan Schott. Letztere nimmt den Brief in Verwahrung und bestätigt seinem Gevatter und Schwager Chunrad Engelhard dessen Anrecht auf die Hälfte des Anteils. In einem weiteren Nachtrag vom 16. Oktober 1608 bestätigt Dietmar Vöpeln, daß seine Base Gertrudt Engelharden ihren Anteil an der Mühle im Hollensten, den ihr verstorbener Mann von Jost Staden erworben hatte, seinem Schwager Jorgen Spiermann (Georg Speirmann) und dessen Erben gegen eine gewisse Summe erblich überlassen hat. [2] Jene Mühle war 1544 von dem Großvater der Ehefrauen von Stefan Schotte und Conrad Engelhard, Conrad Korthaus, gebaut worden. [3]

Anmerkungen

[1] Heinz F. FRIEDERICHS, Die Herkunft der jüngeren Korbacher Familie Schotte, in: Hessische Familienkunde, Band 1, 1951, Heft 9/10, Sp. 213-218; Heinz F. FRIEDRICHS/Heinz MERLING, Die Ahnen des Korbacher Amtmanns Stefan Schotte (1542-1594) aus Frankfurt a. M., in: Hessische Familienkunde, Band 2, 1952, Heft 4, Sp. 121-132.
[2] Bernd KRÖPELIN (Bearb.), Korbacher Urkunden - Regesten, Band 2, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 2002, S. 47-48, Nr. 605.
[3] KRÖPELIN (wie Anm. 2), S. 106, Nr. 742.