Lutherstube Korbach

Die sogenannte Lutherstube in der Altstadt von Korbach war der kleine Fachwerkbau mit dem steinernen Erdgeschoß rechts der Bildmitte. Das Leusmann-Tor ist auf dieser Aufnahme zugemauert. Der gesamte Komplex des Hanxledeschen Hofes (Kirchstraße 7) wurde 1965 abgerissen, um Platz für den Neubau des Bürgerhauses zu schaffen. Auch die auf der linken Bildhälfte zu erkennende Mauer des neustädter Kirchhofes wurde entfernt. Hinter der Friedhofsmauer ist am Ende der Gasse linker Hand, in der Bildmitte, noch die alte Zehntscheune des unteren Herrenhofes zu sehen, die 1655 als erstes Gebäude nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet worden war (Nikolaistraße 4). Sie wurde 1966 abgerissen und durch einen modernen Geschäftsbau ersetzt. Der gassenartige Charakter der Nikolaistraße ging hierdurch verloren. Zwischen der Nikolaikirche und dem Bürgerhaus wurde der einst abfallende Weg eingeebnet und an seinem Ende mit einer zur Unterstraße führenden Treppe abgeschlosen. Der untere Bereich der Nikolaistraße wurde in die Fußgängerzone einbezogen und mit Verbundpflaster versehen. Mit Ausnahme des Ende des 17. Jahrhunderts errichteten Fachwerkhauses Nikolaistraße 1 und der Nikolaikirche ist die Gasse heute von Bauten des 20. Jahrhunderts gesäumt.

Auf dieser, wahrscheinlich von Wilhelm Stremme Anfang des 20. Jahrhunderts gefertigten Aufnahme für eine Postkarte wurde die Lutherstube mit einem "x" gekennzeichnet. Zum Zeitpunkt der Aufnahme scheint das darunterliegende Leusmann-Tor noch (oder wieder) unvermauert zu sein. Der Kirchhof der Nikolaikirche besteht nicht mehr in dieser Gestalt. Das Eingangstor mit der Treppe sowie die den Kirchhof umfassende Mauer wurden entfernt, die Grabmale auf die Wiese des Kirchhofes gesetzt.

Eine Aufnahme von Lilo Raaf oder Hansjürgen Gottschalk, in: Korbach - Eine Stadt in Bildern, Magistrat der Stadt Korbach (Hrsg.) 1974, zeigt den Zustand des Leusmann-Tores um 1974 nach dem Neubau des Bürgerhauses (1968) und vor dessen Umbau (2011).