Kilianstein am Enser Tor (Korbach)

Der Kilianstein vom Enser Tor befindet sich heute im Wolfgang-Bonhage-Museum (Heimatmuseum) in Korbach (Kirchplatz 2). Unter den Zinnen eines Turmes ein halber Vierpaß, darunter ein schrägliegender erhabener Spitzschild, in ihm das erhabene Korbacher Wappen. Die zum Teil zerstörte Umschrift in gotischen Minuskeln zu lesen als: sanctus kilianus anno domini mccccxiiii, in vigilia ascentionis ..... Merkwürdigerweise zeigt der Kilianstein jedoch das Wappen der Neustadt, St. Nikolaus, der stets mit zwei erhobenen, segnenden Fingern dargestellt wird, während St. Kilian in den Wappen der Stadt stets ein Buch in seiner rechten Hand hält (vgl. die am Rathaus angebrachten Wappensteine). Das Original wurde in den 1950er Jahren vom Enser Tor entfernt und in das Heimatmuseum verbracht. Die Turmzinnen gingen dabei anscheinend verloren. Eine Nachbildung fand sich bis 2011 an der straßenseitigen Front des Tores und gilt seit dem Umbau des Tores als verschollen. Aufnahmedatum: 18. Juni 2015. Die Turmzinnen fehlen bei dem im Heimatmuseum aufbewahrten Stein. Auf einem um 1920 gefertigten Lichtbild und einer 1910 veröffentlichten Zeichnung sind sie noch zu sehen (s.u.). Anklicken für größere Version.

Der Kilianstein um 1920. Quelle: Werner MEYER-BARKHAUSEN, Alte Städte zwischen Main und Weser: Corbach, Verlag H.W. Urspruch, Korbach 1923. Die Beschädigung des Reliefs scheint erst wenige Jahre zuvor eingetreten zu sein. Denn auf einer 1910 veröffentlichen Zeichnung (s.u.) ist der Bischofskopf mit der Mitra sowie der dritte Strahl des waldecker Sterns noch zu sehen (s.u.). Anklicken für größere Version.

Der Kilianstein nach einer Zeichnung von Clara Rudolph aus dem Buch "Heimweh" (1910). Anklicken für größere Version.