Heinrich von Löwenstein

Heinrich von Löwenstein (* um 1420; 1491), Edelknecht.

Leben

Heinrich von Löwenstein war der Sohn seines gleichnamigen Vaters Heinrich von Löwenstein und dessen erster Ehefrau Margarete von Schweinsberg. [1]

Mit seiner Ehefrau Margarete von Meisenbug hatte er neun Kinder:

Heinrich von Löwenstein
Gottfried von Löwenstein
Löwenstein von Löwenstein, genannt Eitel
Johann von Löwenstein ( 1518/23)
Hermann von Löwenstein
Caspar von Löwenstein
Anna
Lautrud
Elisabeth

Nach Rudolf VON BUTTLAR-ELBERBERG, Stammbuch der Althessischen Ritterschaft, Kassel 1888, lautete der Name von Heinrichs Ehefrau "Anna Meysenbug" zu Züschen. Heinrichs Eltern sollen demnach Werner XIII. von Löwenstein und eine Frau von Hohenfels gewesen sein. Als Heinrichs Großeltern väterlicherseits führt VON BUTTLAR einen Reinhard III. von Löwenstein und eine geborenen Frau von Padtberg an. Erst in der Generation des Urgroßvaters - Löwenstein von Löwenstein, genannt Eitel - stimmt VON BUTTLARS Stammtafel wieder mit der Stammfolge bei SCHUNDER überein. Während SCHUNDER allerdings Hermann (II.) von Löwenstein als Vater des Löwenstein von Löwenstein, genannt Eitel, ansieht, ist VON BUTTLAR der Ansicht, Hermanns Bruder Heinrich sei Eitels Vater.

Die Stammtafel VON BUTTLARS, die in der Ahnenforschung zumeist als maßgeblich angesehen wird, stützt sich jedoch nicht auf die urkundliche Überlieferung, sondern ihrerseits auf ältere, offenbar fehlerhafte Stammfolgen. Als Quellen seiner Stammtafel gibt VON BUTTLAR an: 1. Die im Jahre 1707 gedruckte Stammtafel des Geschlechts derer von und zu Löwenstein, verfaßt von Christoph Dietrich von Löwenstein, 2. Verbesserte und weitergeführte Stammtafel unter Hinzufügung der Schweinsberger und Westerburger Linien, von Otto Reinhard Josias Friedrich von Löwenstein zu Marburg, 3. Nachrichtensammlung des Herausgebers. VON BUTTLARS Stammfolge ist hinsichtlich der vier Generationen zwischen Hermann I. von Löwenstein-Romrod und dem hier genannten Heinrich von Löwenstein ( 1491) nachweislich falsch. [2]

Heinrich von Löwenstein ( 1491) wird als Sohn des Heinrich von Löwenstein ( 1447) und der Margarete von Schweinsberg zuerst in einer Urkunde vom 31. Mai 1436 genannt, mit der die Familie das Dorf Schönborn mit allem Zubehör an Graf Johann von Ziegenhain (Czygenhain) für 251 Gulden aus der Münze des Kurfürsten bei Rhein verkaufen. [3] Heinrich wird zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig gewesen sein, denn für seine Mutter und ihn siegelt sein Großvater mütterlicherseits, Ritter Hermann von Löwenstein-Schweinsberg. In einer am 1. Juni 1447 ausgefertigten Urkunde wird Heinrich ausdrücklich als "Sohn des verstorbenen Heinrich" bezeichnet und bekennt, von Landgraf Ludwig von Hessen mit Kleinkerstenhausen mit Gericht, Gütern, Gefällen und allen Nutzungen als Mann und Burglehen gemäß der darüber ausgestellten Urkunden und mit 13 Pfund hessischer Pfennig zu Frankenau belehnt worden zu sein, wie sein Vater und seine Vorfahren diese gemäß der darüber ausgestellten Lehensurkunden, insbesondere einer der Landgräfin Sophie, zu Lehen hatten. [4]

Anmerkungen

[1] Friedrich SCHUNDER, Die von Löwenstein - Geschichte einer hessischen Familie, Lübeck 1955, Stammtafel III - Die von Löwenstein (-Romrod) - Ältere Linie.
[2] Entgegen der Auffassung VON BUTTLARS entstammte Heinrichs vermeintlicher Großvater Reinhard von Löwenstein nicht der Linie von Löwenstein-Romrod, sondern der Familie von Löwenstein-Schweinsberg (vgl. SCHUNDER (wie Anm. 1), Band 2, S. 286). Jedoch ist in der fraglichen Generation ein Werner als Sohn eines Reinhard nicht bekannt. Auch hatte Löwenstein von Löwenstein(-Romrod) keinen Sohn namens Reinhard.
[3] SCHUNDER (wie Anm. 1), Band 2, Regest Nr. 340 (S. 150).
[4] SCHUNDER (wie Anm. 1), Band 2, Regest Nr. 353 (S. 154).